Hier möchte ich gerne einige Erfahrungen weitergeben, die vielleicht helfen können, das Zusammenleben mit Ihrem Westie für Sie, Ihrem Hund und Ihre Umgebung angenehm zu gestalten.
Wenn Sie Verbesserungsvorschläge oder Anregungen haben, würde ich mich über eine E-Mail freuen!
Ich beziehe mich bewusst darauf, wie die Welpen in meinem Hause aufwachsen, das heißt z. B., dass sie im Alter von spätestens 6 Wochen auch mit der restlichen Westiefamilie Kontakt bekommen.
Ich gebe Welpen meiner Zucht bewusst erst in einem Alter ca. 10 Wochen an ihre neue Familie ab. In dieser Zeit werden sie hier vielfach geprägt. Sie kennen Halsband und Leine, gehen mit dem Rudel spazieren und haben Kontakt zu fremden Menschen. Sie lernen mit im Auto zu fahren und sich in einer fremden Umgebung sicher zu bewegen. Das wichtigste Argument dafür, daß die Welpen ihre Prägungsphase bei der Züchterin verbringen ist das Sozialverhalten unter Artgenossen. Hier lernen sie im Umgang mit Geschwistern und der restlichen Hundefamilie, wo sie sich durchsetzen können und wo sie zurückstecken müssen. Dies ist für das zukünftige Leben des kleinen Westie enorm wichtig. Vor allem dann wenn der kleine Kerl der einzige Hund in der Familie ist. Probleme bei der Eingewöhnung gibt es eigentlich nie.
Ein Welpe zieht ein
Natürlich wird der Welpe neugierig sein neues Zuhause unter die Lupe nehmen. Möglicherweise ist er aber auch durch die Veränderung und die vielen neuen Eindrücke beeindruckt und scheu.
Helfen Sie Ihrem neuen Familienmitglied durch Ihre positive und freudige Ausstrahlung. Ein munteres "Hey, das ist aber schick" ist viel ermunternder als z. B. "Oooooch, Du armer, hast Du Dich erschreckt, komm 'mal her".
Laden Sie bitte nicht gleich für die ersten Tage den gesamten Familien- und Freundeskreis ein, die "Neuheit" zu bewundern. Geben Sie dem kleinen Kerl zuerst die Gelegenheit Sie als seine neue Familie und Ihre Wohnung/Ihr Haus als sein Revier zu erkennen.
Die Erziehung
Gleichzeitig sollte aber unbedingt sofort mit der Erziehung begonnen werden, denn sonst tanzt der kleiner Schatz schnell ganz munter auf Ihrer Nase herum. Sie bekommen Ihren Welpen in der lernfähigsten Phase seines Lebens. Er wird niemals begreifen, daß ihm später irgendwelche Heldentaten übel genommen werden, die man früher hat durchgehen lassen ("ach wie süß")! Konsequenz ist das Zauberwort
Nehmen Sie sich bitte gerade zu Anfang viel Zeit, Ihren Welpen zu beobachten und zu erziehen. So wird er schnell seine Grenzen kennen lernen, innerhalb derer er sich aber frei bewegen kann. Je intensiver Sie Ihr neues Familienmitglied anfangs auf Ihren Lebensrhythmus einstellen, desto weniger müssen Sie später (meist sehr mühsam) „nachbessern“.
Knabbereien
In der Regel bekommen Sie Ihren neuen Mitbewohner im Alter ab ca. 9 Wochen, also kurz vor oder schon während des Zahnwechsels. In dieser Zeit (dauert bis ca. zu einem halben Jahr) lockern sich die Milchzähne und fallen aus, weil sich die bleibenden Zähne ans Licht drängen.
Es ist völlig logisch, daß der Hund in diesem Zeitraum einen oft extrem erhöhten Kaubedarf hat. Dem sollten Sie im eigenen Interesse Rechnung tragen, indem Sie ihm ausreichend Spielzeug anbieten, das sich zum benagen eignet. Ein "Spielkorb". Bei IKEA gibt es zur Zeit sehr gut geeignete, aus gehäkelter Baumwolle hergestellte Körbe, man kann aber (bis auf Weidenkörbe) auch andere Körbe verwenden, die den Hund wenig interessieren, so dass er diese nicht "anknabbern" will ( sonst wird der Korb selbst zum Spielzeug..). Dann kann man nach und nach das Spielzeug hineinlegen, das für den Hund geeignet und bestimmt ist- es können sogar alte ausgemusterte alte Sachen (z.B.)Schuhe sein. Nach kurzer Zeit weiß der Hund genau: was er "sein eigen" nennen, was er "haben" darf und was nicht! Der Spielkorb wird zum Hauptbestandteil der Hundeaktionen, wenn er interessante Dinge erhält, und die anderen Gegenstände im Haushalt bleiben (weitgehend) verschont... Wenn man fortgeht und den Hund mitnehmen muss, nimmt man auch den Spielzeugkorb mit. So gibt es immer ein "zu-Hause-Gefühl" und wenig ärgerliche Reaktionen auf die natürliche Neugier und Spielverhalten des Tieres. Der Spielkorb kann jeden Tag neu entdeckt werden und ist bei uns das A und O, also beliebteste "Einrichtung" des kleinen Hundelebens. Seien Sie versichert, sonst findet Ihr Westie Alternativen, mit denen Sie garantiert nicht einverstanden sind, wie z. B. Stuhl- und Tischbeine, Treppenstufen, Schränke, Teppiche, Schuhe, Bücher usw!
Besser geeignet sind da Bringhölzer, dicke Stöcke, geknotete Handtücher oder Socken. Solche Schaumstofftiere wie hier und auch Kauknochen muss man dem Welpen leider dann wegnehmen, wenn sie sich aufzulösen beginnen, denn sonst besteht die Gefahr von Schlundverstopfung oder Darmverschluß.
Von den hübschen Weidenkörbchen bleibt oft nur der Boden übrig, darum empfehle ich zumindest zu Anfang einen Schaumstoffkorb mit glattem Stoff. Dieser sollte durchgesteppt sein damit er sich beim waschen nicht verformt. Diese Körbe kann man meist ohne Probleme bei 40° waschen, schleudern und sogar anschließend in den Trockner geben.
Seen und Würste
Das gleiche gilt für die Sauberkeit: Es liegt zu mindestens 90% an Ihnen, wie schnell ihr Hund begreift, daß er sein Geschäft draußen zu erledigen hat. Auch sie ihm sehr schnell beibringen, welchen Ort Sie als seine Toilette auserkoren haben. Nur das "Wann" können Sie Anfangs noch nicht bestimmen, hier müssen Sie sich auf Ihren Hund einstellen.
Grundsätzlich kann man sagen, daß Welpen immer nach dem Schlafen und nach dem Fressen pinkeln müssen. Darüber hinaus müssen Sie ihn beobachten und seinen Rhythmus kennen lernen. Dieser ist bei jedem Hund individuell unterschiedlich und kann am Anfang zwischen 2 und 4 Stunden schwanken. Je mehr Zeit Sie gleich zu Beginn investieren und je intensiver Sie Ihren Welpen erforschen, desto schneller wird er sauber sein.
Der Freigang
Das spazieren gehen mit und ohne Leine ist der Welpe vielleicht schon gewohnt - aber mit einem großen Unterschied: bisher war immer seine vierbeinige Familie und seine Züchterin dabei. Trotzdem sollten Sie ihn schon von Anfang an - mit der gebotenen Vorsicht - von der Leine lassen. Natürlich sollte man dies nicht in der Stadt versuchen, sondern auf freiem Feld oder einer großen Wiese, wo man Notfalls hinterher spurten kann.
Bitte lassen Sie das Halsband nur während der Spaziergänge an, sonst gibt es eine hässliche Rille im Fell, die den Hals kürzer und den Rücken länger als tatsächlich erscheinen lassen. Außerdem ist das Halsband bei einem unbeaufsichtigtem Hund immer eine Gefahrenquelle, an dem er sich leichter aufhängen kann als man denkt!
Die Nacht
Ich empfehle Ihnen, den Welpen nachts mit in Ihr Schlafzimmer zu nehmen, Anfangs eventuell in einer ausreichend großen Transportbox. Es ist ohnehin schwer für den kleinen Kerl, sich auf die neue Umgebung einzustellen. Dies fällt aber ungleich leichter, wenn er nicht völlig allein eingesperrt wird.
Sollten Sie nicht wollen, daß Ihr Hund das Bett mit Ihnen teilt, können Sie es ihm mit Konsequenz in kurzer Zeit beibringen, daß das Bett tabu ist. Aber sagen Sie nie "einmal ist keinmal"... dann ist es vorbei! Junge Hunde lieben es, im Bett zu toben und z. B. Füße unter der Bettdecke zu jagen!
Ganz allein
Trotzdem sollte der Welpe schon früh lernen, alleine gelassen zu werden. Um dies zu üben, sollten Sie seine natürlichen Ruhephasen nutzen
Lassen Sie ihn alleine, wenn er ohnehin müde ist. Das er keinen Druck auf der Blase haben sollte, ist selbstverständlich. Zunächst reichen schon 10 bis 20 Minuten. Später können Sie Ihren Westie dann ohne schlechtes Gewissen 3 - 4 Stunden alleine lassen. Gerade am Anfang müssen Sie unbedingt darauf achten, Ihren Hund in "sicherer Umgebung" zurückzulassen. Elektrische Leitungen sollten ebenso unerreichbar sein wie teure Möbel und andere Kostbarkeiten.